Urologie Wien - Dr. Eva Donner Fachärztin für Urologie

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Dr. Eva Donner
Fachärztin für Urologie
Armbrustergasse 14
A-1190 Wien

Tel.: +43 1 370 11 07
Fax: +43 1 318 67 79-15
E-Mail: drdonner@dr-donner.at

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Die Harninkontinenz der Frau

In der Altersgruppe von 15 bis 65 Jahren leiden 10 bis 30 Prozent der Frauen unter unwillkürlichem Urinverlust. In der Altersgruppe ab 65 Jahren sind es bis zu 40 Prozent. Nur ein Viertel der Betroffenen wird ärztlich betreut.

Grundlagen  

Für viele Ursachen der Inkontinenz steht die Lockerung der bindegewebigen Strukturen des Beckenbodens im Zentrum. Es kommt zu einem Verlust an Elastin und zu einem Nachlassen der Zugstärke des Gewebes. Wird die vordere Scheidenwand locker, kann der Reflex zur Blasenentleerung ausgelöst werden.


Der weibliche Beckenboden mit Beckenmuskeln, Organen, Ligamenten und Faszien; PUL pubourethrales Ligament, PCM M. pubococcygeus, ATFP Arcus tendineus fasciae pelvis, PB Perinealkörper, R Rektum, EAS externer Analsphinkter, PRM M. puborectalis, RVF rektova


Kommt es zur Lockerung des pubourethralen Bandes, entsteht Belastungsinkontinenz. Die Harnröhre öffnet sich bei Erhöhung des Bauchdrucks.


Urethraverschlussmechanismus, Schnitt durch mittlere Harnröhre: a anatomischer Schnitt durch mittlere Harnröhre und Vagina; b bei straffer Vagina schließt der Rhabdosphinkter die Urethra, bei lockerer Vagina bleibt bei Belastung die Harnröhre offen (betra


Basisdiagnostik

  • Anamnese:
  • Harnverlust beim Husten, Lachen, Niesen und beim Sport? Belastungsinkontinenz
  • Harnverlust mit starkem, plötzlich auftretendem Harndrang? Dranginkontinenz
  • Körperliche Untersuchung
  • Harnbefund
  • Sonographische Restharnbestimmung
  • Miktionskalender
  • Urodynamische Abklärung

Therapie

Die Therapie sollte versuchen die Ursachen zu beheben. Entscheidend ist der Leidensdruck der Patientin.
Die konservative Therapie der Belastungsinkontinenz umfasst physiotherapeutische Maßnahmen (Beckenbodengymnastik), Schaumstoffe und Hartplastiken für die vaginale Anwendung, Gewichtsreduktion.

Pessare:a) Conveen®-Pessar,b) Contam®-Tampons, c) Urethralpessar    mit Olive, d) Würfel-Pessar,e) Siebschalenpessar


Inkontinenzoperationen

Inkontinenzoperationen sind indiziert wenn eine erhebliche Besserung bei vertretbarem Risiko zu erwarten ist.

Goldstandard sind spannungsfreie Vaginalschlingen aus grobmaschigem Prolenenetz, die TVT bzw. TVTO-Plastik. Diese Technik ist mit viel kleinerem operativem Aufwand verbunden als frühere Methoden. So beträgt die Operationszeit nur 15-20 Minuten und der stationäre Aufenthalt meist nur zwei Tage.

Das Proleneband wird von der Scheide aus mit einer gekrümmten Nadel eingeführt. Die Ausstichstelle ist beim retropubischen Band (TVT) über dem Schambein und bei der transobturatorischen Bandführung (TVTO) am Oberschenkel.

Das Band verhakt sich durch seine raue Struktur auf seiner gesamten Länge im Gewebe. Es stabilisiert die Harnröhre im mittleren Anteil. Innovativ sind die spannungsfreie Einlage und die Tatsache, dass keine fixe Punktverankerung erforderlich ist.
Einlage mitturethraler Bänder: a retropubisches Band, b transobturatorisches Band


Überaktive Blase, Dranginkontinenz

Leitsymptom: plötzlicher, nicht zu kontrollierender Harndrang. Eventuell zusätzlich häufiges Harnlassen oder Inkontinenz. 12 bis 17 Prozent der Bevölkerung leiden darunter, vorwiegend Ältere, aber auch Kinder.
Ursachen:
  • vermehrte Harndrangimpulse von Dehnungsrezeptoren im Beckenboden und Irritationsrezeptoren der Blasenschleimhaut.
  • verminderte Hemmung im zentralen Nervensystem bei altersbedingten und degenerativen Hirnerkrankungen.


Therapie der Dranginkontinenz

Verhaltenstherapie
Auf Basis des Miktionstagebuches sollen die Intervalle zwischen den Blasenentleerungen verlängert werden.
Der Entleerungsrhythmus soll an die individuelle Blasenkapazität angepasst werden um dem Harnverlust zuvorzukommen.

Medikamentöse Therapie
Antimuskarinica senken die Spannung im Blasenmuskel und heben die Spannung im Schließmuskel. Nebenwirkungen sind häufig: Mundtrockenheit, Obstipation, kognitive Dämpfung in Abhängigkeit von der Überwindung der Blut-Hirn-Schranke.

Wiederaufbau der GAG Schicht
Die Oberfläche der Deckzellen der Blasenschleimhaut dient als Barriere gegen den Blaseninhalt. Instillationen von Chondroitinsulfat dienen dem Aufbau der GAG Schicht.

GAG SchichtDeckzellschichtZwischenzellschichBasalschichtBasalmembran


Elektrische Neuromodulation

Der Pudendusnerv wird mit niederfrequentem Strom downreguliert.

Botulinum Toxin A
Unter optischer Kontrolle werden zahlreiche kleine Depots in den Blasenmuskel gespritzt.

Das Medikament hemmt Acetylcholin an der Verbindungsstelle zwischen Nervenzelle und Muskelfaser. So wird die Muskelschicht in der Harnblase gedämpft und die unwillkürlichen Drangwellen reduziert.

Die Wirkung hält 6 -12 Monate an. Wiederauffrischungen sind möglich, systemische Nebenwirkungen sind selten. 

Botulinum Toxin A ist für diese Anwendung  noch nicht offiziell registriert.


Transurethrale Injektion von BTX-A in den M. detrusor vesicae unter videozystoskopischer Kontrolle